Am Samstag, den 04.06.2011 hatte ich drei spanische Meeresangler aus Barcelona an Bord. Das Meer war herrlich ruhig und ich steuerte direkt einem meiner Lieblingsspots in circa 30 Meter Tiefe an. Dort war nicht viel los, nur Kleinfische wurden geangelt. Also steuerte ich das Angelboot in größere Tiefen so zwischen 40 - 60 Meter hinaus. Da ging es auch gleich nach ein paar Minuten lustig los. Unsere Zielfische an dem Tag waren vor allem Seebrassen, die hier als Speisefische sehr geschätzt werden. Wir verwendeten Paternoster-Montagen mit 2 bis 3 kleineren Haken und einem 80 Gramm Bleigewicht. Als Köder hatte ich gesalzene Sardine und die hiesige Art von Sandmuschel bereitgestellt ("Lluentas"). Der Vater, Rafael , zog es allerdings vor, mit Würmern zu angeln, die er selber mitgebracht hatte. Diese Würmer nennen wir hier "Inglés" (Engländer), die fett und saftig sind. Er hatte damit nicht ganz so viel Erfolg ,wie die anderen, aber er blieb dabei...
Plötzlich bemerkte er einen sanften Zug an seiner Leine, und noch einen hinterher. 'Jetzt hole ich dich', sagt er noch, als seine Rute sich voll kurz vorm Zerbrechen durchgebogen hatte. Er reagierte gut und löste die Rollenbremse etwas mehr, die Leine wurde in windeseile abgespult und dann sprang auch schon der Fisch in ca. 15 Meter Entfernung vom Boot aus dem Wasser ...ein Mondfisch! Der muss so um die 20 bis 25 kg gewogen haben. Ich sagte ihm noch, dass er ihn vorsichtig zum Boot drillen sollte, damit wir von dem Mondfisch noch schöne Fotos machen können, um ihn dann anschließend wieder in Freiheit setzen zu können. Aber der Mondfisch beschließt nach einem zweiten Salto aus dem Wasser, sich von dem Haken selber zu befreien. Na gut, den kleinen Haken wird er wohl sicherlich auch bald selbst wieder loswerden.
Wir sind es hier an der Costa Barcelona-Maresme gewohnt, Mondfische an der Wasseroberfläche zu beobachten. Man weiß nicht genau, warum sie hier so hoch zum Oberwasser in Sichtweite kommen. Sie wirken dabei immer sehr träge, man kann sich ihnen gut nähern und Fotos machen. Wovon sie sich ernähren ist mir bisher auch unklar.
Mir ist noch nie ein Mondfisch an den Haken gegangen, aber dieser Fisch schien diese Würmer wohl besonders zu lieben. Von träge konnte dann auch nicht mehr die Rede sein, nachdem der Mondfisch wie einen Champion und Supersportler aus dem Wasser gesprungen ist.
Noch eine Anmerkung: Die Mondfische gehen sicherlich nicht zum jagen an die Oberfläche. Sie lassen sich dort
sogar von Seevögeln besuchen, die sich auf ihren Körper setzen dürfen. Man vermutet eher, dass es entweder mit Parasitenentledigung zu tun hat oder einfach nur Spass daran haben, sich zu sonnen und auszuruhen.
Hinweis: Steckbrief Mondfisch
Mondfische sind zum Verzehr nicht besonders geeignet und werden daher auch nicht verfolgt.
Unsere Köder waren am Mittag praktisch aufgebraucht. Die hiesigen Fischerleute behaupten, wo Mondfische sich zeigen, tauchen auch Thuna auf. Ich schlug vor, auf dem Rückweg zum Hafen ein paar Schleppleinen auszulegen. Die einheimischen Fischer hatten tatsächlich recht, zwei vereinzelte Thuna sprangen akrobatisch aus dem Wasser. Aber keiner interessierte sich für unsere Köder.
Im Hafen angekommen, ging wieder Mal ein glücklicher und erlebnisreicher Angeltag, auf dem Meer zu Ende.
Grüße, Angelguide Kurt-Jaime, www.denilo.com / www.sportfishingbarcelona.com
mobil: 00 34 620-158604
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1. Foto: NOAA Photo Library
2. Foto: Kurt Jaime